Grobes Foulspiel kann Körperverletzung sein

Dass ein besonders hartes Foulspiel in einem Fußballspiel strafrechtlich als Körperverletzung einzustufen sein kann, bestätigte nun das Oberlandesgericht Celle in einem Beschluss vom 18.06.2020 (Az. 36 Ns 97/19), mit welchem es die Revision gegen ein Berufungsurteil des Landgerichts Hannover verwarf. Der Gegenspieler des Angeklagten war nach dem in einem Kreisklassespiel begangenen Foul für acht Wochen arbeitsunfähig verletzt.


Von entscheidender Bedeutung war im Verlauf des Verfahrens vor allem die Frage, ob dem Angeklagten vorsätzliches Handeln nachzuweisen war, der Angeklagte also eine Verletzung des Gegenspielers zumindest billigend in Kauf genommen hatte. Nach den Feststellungen der Instanzgerichte verfolgte der Angeklagte in der 80. Spielminute des Fußballspiels seinen Gegenspieler, der sich auf Höhe der Mittellinie den Ball weit vorgelegt hatte, und traf ihn mit ausgestrecktem Bein und offener Sohle unterhalb des Unterschenkels ohne jegliche Chance, den Ball zu erreichen. Der Gegenspieler erlitt einen Durchbruch des linken Waden- und Schienbeins, wurde vier Tage lang im Krankenhaus stationär versorgt und war acht Wochen arbeitsunfähig verletzt.


Dieses Verfahren führt vor Augen, dass man auch im Eifer des Sports nicht einfach die Rücksicht auf das Wohl anderer beiseiteschieben sollte und andernfalls mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen hat.




Martin Kanopka

Rechtsanwalt




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